WTD "What's the deal?" – A Transnational Project on Young Urban Cultures …

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1. November 2013

WTD goes Wastecooking

by Rüdiger    Filed under: Events,Hallein,Project Reports,StatementsComments Off on WTD goes Wastecooking

SchmiedeTalk: Intro into Wastecooking
Mi. 25. Sept. 2013 19:30 | Miner, Alte Saline Pernerinsel

 

 

Wastecooking is a performance collective of filmmakers, chefs, garbage divers and musicians. Wastecooking provides an interfacebetween art, activism and active social policy + criticism. David Gross, founder and symbol waste-art director presented the project: “We are a cooking show. We cook with foods that have been thrown away. Jamie Oliver goes in the morning to the supermarket and buys the food fresh, we go behind the supermarkets in the evening, dive into the garbage and also bring out fresh food “

At the Schmiede we cooked together after the presentation of the project, a part of the WTD group also went waste diving – for team spirit as well the food supply. Then we ate together and had a party – with music, films and – as a special highlight: Live music with queen Cecilia waste. She plays her own songs, lyrical, oblique, distinctive and including some composed specifically for the waste cooking live performances.

VIDEO:  RETURN OF THE GARBAGE – WASTECOOKING @ SCHMIEDE13

more in german:

Wer ist da ver-rückt … ? Mülltaucher im Rahmen von What’s the deal zu Gast auf der Schmiede

„Food is culture. Don’t waste it, cook it.“ heißt: Lebensmittel sind Kultur. Verschwendet sie nicht, kocht sie! Dieser Slogan ist Programm. „Woll’ma a bisserl Müll servieren? Gestern Nacht frisch aus den Tonnen geholt.“ David Gross bietet Croissants, Topfenstrudel, Nusskipferl, Krapfen an … den Schmiede-Gästen schmeckts – warum auch nicht?

wastecooking ist ein Performance-Kollektiv, bestehend aus Filmemachern, Köchen, Mülltaucherinnen und Musikerinnen. wastecooking bildet eine Schnittstelle zwischen Kunst, Aktionismus und aktiver Gesellschaftspolitik + -kritik. David Gross, Initiator und seines Zeichens waste-art-director stellt das Projekt vor: „Wir sind eine Koch-Show. Wir kochen mit Lebensmitteln, die weggeworfen worden sind. Jamie Oliver geht morgens in den Supermarkt und kauft frische Lebensmittel. Wir gehen abends hinter die Supermärkte, tauchen in die Mülltonnen und holen auch frische Lebensmittel.“ Ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand dabei: Stirnlampen.

Wie geht das Mülltauchen vor sich? Als erstes kommen die Biotonnen dran. Dort findet man Gemüse und Obst, das vor einer Stunde noch im Regal zum Verkauf angeboten wurde. Dann die Restmülltonnen: Hier gibt’s Gebäck, Teigwaren, Brot, Fertiglebensmittel etc. etc. Fleisch und Fisch wird nicht mitgenommen – das ist doch etwas zu gefährlich. Irgendwie ist es wie Osternester suchen, wie Jagen. Am Ende des „Tauchens“ kommt ein Pickerl an die Tonne: wastecooking was here. Nachdenken wäre gefragt, liebe Leute.

Denn 30 bis 50% aller Lebensmittel werden weggeworfen – obwohl sie nicht verdorben sind sondern nur den rigiden Bestimmungen der Supermärkte und den hohen Ansprüchen der Konsumenten nicht mehr genügen. Im Schnitt ergattern die Mülltaucher 80kg frische Lebensmittel im Gegenwert von 4-500 EUR.

Zurückgekehrt mitten in der Nacht mit den Schätzen des Tauchgangs wird dann mal geschlafen, bevor am nächsten Tag die Phantasie ins Spiel kommt: Was lässt sich aus dem Getauchten machen? Paprika, gefüllt mit Käse z.B. oder Karotten-Fenchel-Sellerie-Ingwer-Suppe oder Reis mit gemischtem Gemüse.

Aufgekocht wird dann – mit Musikbegleitung und kritischen Texten von Caecilia, the waste queen – auch auf öffentlichen Plätzen. Die Passanten probieren, sind begeistert. Manche wissen von Anfang an, worum es geht, manche nicht. Da gibt’s dann natürlich den einen oder anderen, dem der Bissen ein wenig im Hals stecken bleibt – filmisch dokumentiert, hihi!

Und wie sieht’s gesetzlich aus? Die Supermärkte lieben die Mülltaucher natürlich nicht. Solange aber nicht eingebrochen wird, werden sie toleriert. Im Gegensatz zur BRD, wo Mülltauchen gesetzlich verboten ist, bewegt man sich in Österreich noch in einer Grauzone. Müll gehört niemand – also allen. Wenn aber das Supermarktgelände geschlossen ist, dann ist eindringen zu den Mülltonnen verboten.

Sicherheitsleute haben übrigens mal einen Mülltaucher darauf angesprochen, dass er doch seine Lebensumstände mal überdenken sollte … Ja, wirklich ganz im Ernst, derjenige der genießbare Lebensmittel vor dem Verrotten bewahrt weil er sie nützt, soll umdenken … Was sich wie Satire anhört, ist tatsächlich so passiert. Ver-rückte Welt.

Auf der Schmiede aber wird nach der Projektvorstellung gemeinsam gekocht, ein Teil der WTD Gruppe geht Mülltauchen – für den Lebensmittelnachschub. Dann wird gemeinsam gegessen und so richtig Party gemacht – mit Musik, Filmen und – als besonderer Höhepunkt: Live Musik mit wastequeen Caecilia. Sie spielt ihre eigenen Lieder, lyrisch, schräg, unverwechselbar und darunter auch manche speziell für die wastecooking live-Performances komponiert.

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